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Bhoutan: un idolâtre devient baptiseur

Indien: Widerstand gegen Unrecht

Indien zieht mittels Anti-Konversionsgesetzen die Schraube an. Evangelisieren wird zum Hochrisiko, doch die Christen tun es trotzdem.

Pastor B., was geht in Indien zurzeit gegen die Christen ab?
Es wird von Tag zu Tag gefährlicher für uns Christen. Der RSS und andere nationalistische, fanatische und militante Hindugruppen werden immer aggressiver. Premierminister Narender Modi war selbst ein Prediger der RSS. Nach seiner Vision und jener weiterer politischer Führer soll Indien ein Hinduistischer Gottesstaat werden. Laut Medienerklärung des RSS-Führers soll es bis Ende 2021 in Indien keine(!) Christen und Muslime mehr geben.


Wie soll das gehen?
Neun von achtundzwanzig indischen Bundesstaaten haben bereits ein Anti-Konversionsgesetz durchgesetzt. Das »Verbrechen«, jemanden zu einem anderen Glauben zu bewegen, wird mit drei bis zehn Jahren Haft geahndet. Christen können leicht durch falsche Anschuldigungen aus dem Verkehr gezogen werden.

Und jemanden zu drängen, Hinduist zu werden, ist erlaubt?
Ja, denn das wird nicht als »Bekehrung« zu einer anderen Religion gesehen, sondern als Rückkehr zum wahren Glauben – gerne auch durch Zwang. Trotz in der Verfassung garantierter Religions- und Glaubensfreiheit gedeiht der Extremismus. Und die vom RSS dominierte Regierung verschließt die Augen bei Angriffen auf Minderheiten.

Da bleibt ja für Christen nur die Resignation …

Nein! Wir müssen heute furchtlos für unsere Rechte kämpfen, damit kommende Generationen nicht in Angst leben müssen. Wir müssen unsere Stimme erheben, uns gegen Gewalt stellen. Menschen, die Christen werden, halten wir an, sich nicht wie gefordert bei den Behörden zu melden. Wir taufen sie im Geheimen und bauen sie in unseren Hauskirchen auf. Das Leben als Christ ist hart, aber wir haben keine Angst, weil Gott uns Kraft und Führung gibt.

Worin besteht eure Strategie, in eurem schwierigen Umfeld Reich Gottes aufzubauen?
Wir vermitteln den Christen, die allesamt der ersten Generation angehören und aus verschiedenen Religionen kommen, eine starke biblische Basis. Wir lehren sie, welche Rechte wir laut Verfassung haben und wie wir dafür eintreten können. Wir schulen gezielt örtliche Leiter, helfen ihnen, ein Business aufzubauen, um sich selbst zu versorgen und sich gleichzeitig in Mission und Gemeindebau investieren zu können. Wir motivieren Christen, mutig Einfluss zu nehmen und mit Sensibilität das Evangelium weiterzugeben.

Was liegt dir sonst noch auf dem Herzen?
Euch zu danken. Viele Organisationen verlassen Indien, weil es zunehmend schwierig wird. Ihr bleibt da, obwohl es so herausfordernd ist, in diesem Land zu arbeiten. Die Verbundenheit mit AVC ist für uns so wertvoll. Dass ihr euch auch in der Pandemie nicht abschrecken lasst und uns besucht, bedeutet uns unglaublich viel. Wir sind sehr dankbar für eure Hilfe, die Gebete und die Liebe.