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News KW 38 SyrienSyrien: Mitgefühl, Tränen und ein Wunder
Weint mit den Weinenden, heißt es in der Bibel. Dies tut auch unser Partner Rashad und nimmt am harten Schicksal eines Jungen Anteil – mit unerwarteten Folgen.

Im vergangenen Dezember berichteten wir über zwei syrische Jungen, Mahmoud und Mohamad. Sie hatten mit einer gefundenen Granate gespielt, die dabei explodierte. Trotz sofortigen Notoperationen in einer spezialisierten Klinik trugen die beiden bleibe Folgen der schweren Verletzungen davon.

Diesen Sommer, bei dem Besuch unserer Delegation in Syrien, bot sich die Gelegenheit, die beiden Teenager persönlich zu treffen. Sie und ihre Familien, die auf dem Land wohnen, haben viel Unterstützung von der Gemeinde in Kobane erhalten. Dafür äußerten sie große Dankbarkeit. Der jüngere Bruder, Mohamad, ist zwar auf einem Auge völlig erblindet, doch mit dem anderen Auge sieht er recht gut und kann schon wieder Moped fahren.

Mahmoud, den älteren, hat es viel schlimmer erwischt. Er erzählte uns, was noch vor unserer Ankunft geschah. Ganz verzweifelt hatte er eines Tages unseren Partner Rashad in Kobane angerufen und ihm geklagt: »Ich bin 15 Jahre alt, habe beide Hände verloren, bin mit schlimmen Beinverletzungen im Rollstuhl und vollständig blind. Was hat mein Leben noch für einen Sinn?«, rief er unter den bittersten Tränen ins Telefon.

Rashad fuhr hinaus aufs Land und besuchte ihn. Er nahm Mahmoud in seine Arme, hielt ihn lange fest und weinte mit ihm. Und im Moment, als er seine Umarmung löste, begann der Junge wieder zu sehen. Seine Sehkraft auf einem Auge ist heute zu 30% wieder hergestellt. Für dieses Wunder danken wir Gott von ganzem Herzen.