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Syrien TodeinesKaempfersSyrien: Tod eines Kämpfers

Amir* war mit uns an den gefährlichsten Orten, um den Menschen zu helfen und zu dienen. Nun ist er tot - ermordet.

Unser Mitarbeiter schreibt: »Wir haben Amir in den Flüchtlingscamps nahe der syrischen Grenze kennengelernt. Damals war er ein Kämpfer, überzeugt vom Kommunismus und Sozialismus, voller Bitterkeit gegenüber sich selbst, den Mitmenschen und vor allem jedoch gegenüber Religion und Gott, dem er die Schuld an der ganzen Misere gab.

Alles begann sich zu ändern, als er über die Wunder hörte, die in den Flüchtlingscamps geschehen und selbst eines erlebte. Starke Kopfschmerzen quälten ihn und er kam zu unserem Container, wo Halim* arbeitete und bat um Tabletten gegen seine Migräne. Halim fragte: »Darf ich für dich beten?« Amir antwortete: »Ich glaube nicht an Gott und die Religion!« Halim ließ sich nicht abschrecken, fragte erneut: »Darf ich für dich beten?« Aus purem Respekt willigte Amir ein. Nach dem Gebet redeten sie noch eine Stunde und plötzlich merkte Amir, dass er keine Kopfschmerzen mehr hatte - und sie kamen auch nie wieder. So gab er sein Herz Jesus und genauso eifrig, wie er früher als Kämpfer war, war er jetzt als Christ.

Gegenüber seinen kommunistischen Freunden stand er fest zu seinem Glauben und war in Kobane und der ganzen Region rasch als der Verteidiger der Christen bekannt. Amir war mit uns an den gefährlichsten Orten, um den Menschen zu helfen und zu dienen. Er war immer der Erste, der sich aufmachte, um anderen zu helfen.

Zu Beginn dieses Jahres starb sein 2-jähriger Sohn an den Folgen einer Explosion. Seine Mutter war dermaßen verstört, dass sie die Kleider des Kindes in die Wüste trug und dort weinte. Monatelang haben die Christen der jungen Kirche in Kobane die Mutter getröstet und für sie gebetet, bis sie heil wurde.

Vor wenigen Tagen nun wurde unser Bruder Amir von Unbekannten gefoltert und in die Augen geschossen. Wir bitten euch für seine Frau und die vier Kinder zu beten. Betet auch für die Gemeinde, dass sie gestärkt wird. Amir ist der dritte Märtyrer der Kirche in Kobane und wir wissen nicht, wie viele noch folgen werden. Aber vergessen wir nicht: Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche!«

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert