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sri lankaGriechenland: Trauma-Schulung für den Umgang mit Flüchtlingen

Im AVCreport vom August haben wir über die schrecklichen Zustände von Menschen auf der Flucht berichtet. Frauen leiden oftmals weit mehr als Männer. Über die generellen Entbehrungen einer Flucht hinaus werden sie vergewaltigt, unterdrückt, verkauft und als Objekte missbraucht – und kommen oft schwer traumatisiert im Flüchtlingslager in Athen an. Um diesen Menschen in ihrer Not begegnen zu können, organisierte AVC zusammen mit einem Team von Campus für Christus eine Schulung zum Thema »Traumatisierte Menschen begleiten«. Gabriela, eine der Schulungsleiterinnen, berichtet von ihrem Einsatz.

»Als Start der Schulung widmeten wir uns psychologischen Themen wie Entstehung eines Traumas und was im Gehirn geschieht. Nur schon diese Erläuterungen ließen in den Teilnehmenden Erleichterung aufkommen, dass ihre Reaktionen auf die schlimmen Ereignisse normal waren. Neben diesen wissenschaftlichen Zusammenhängen war uns der geistliche Ansatz genauso wichtig. Jesaja 61 beschreibt uns beispielsweise einen Messias, der kommen wird, um gebrochene Menschen zu heilen und wiederherzustellen. Es war schön zu sehen, wie die Hoffnung bei den Teilnehmenden allmählich zu wachsen begann.

Mit dieser Vision im Herzen durchliefen die Teilnehmenden verschiedene Stationen der Trauma-Verarbeitung. Dass bei einer solchen Schulung seelische Verletzungen aufbrechen, ist klar. Deshalb rundeten wir die Schulung mit persönlichen Gesprächen und Gebet ab. Was diese geflüchteten Menschen erlebt haben, können wir kaum fassen. Bei so viel Leid könnte man die Hoffnung auf Besserung verlieren; wenn nicht Jesus wäre. Er ist die Hoffnung, er ist der Tröster, der Heiler. Er weint mit ihnen, er versteht sie, er stellt ihre Würde wieder her. Wir erlebten, wie viele ihre Herzen öffneten, uns an ihren schlimmsten Erfahrungen teilhaben ließen und Schritte in Richtung innere Heilung gehen konnten. Jesus begegnete ihnen, und sie erkannten: »Viel wichtiger als wo ich lebe, ist, wer in mir lebt.«

Ein zehnjähriges Mädchen erlebt Befreiung
Das Mädchen wurde von einem Freund ihres Vaters sexuell missbraucht und danach von ständigen Erinnerungsbildern und Gedanken verfolgt. Zeichnerisch konnte sie dem Schmerz Ausdruck geben. Von der Psychologin Schritt für Schritt angeleitet, konnte sich das Mädchen dem Schmerz stellen und einen Schritt in Richtung innerer Heilung gehen. Schon während dem Gespräch verschwanden die Erinnerungsbilder und kehrten auch Tage später nicht zurück. Die Befreiung stand dem aufgeweckten Mädchen förmlich ins Gesicht geschrieben.


So wie das Mädchen erlebten viele Menschen Heilung und wurden von Gott berührt.«

Gabriela, wir danken dir und dem Team für euren wertvollen Einsatz und freuen uns auf eine Fortsetzung, die schon dieses Jahr stattfinden wird.