
In Zeiten der Dunkelheit
Für das Regime sind die aktuellen Säuberungen eine gute Gelegenheit, sich auch der Christen im Land zu entledigen. Wir stehen in direktem Kontakt mit christlichen Familien, die schwere Schicksalsschläge verschmerzen müssen. Eine dieser Familien verlor während des gewaltsamen Eingreifens der Revolutionsgarden drei junge Cousins. Ein Mann, dessen Schwester in die Türkei geflüchtet und dort mit uns vernetzt ist, kam ins Gefängnis. Er wurde beschuldigt, eine Demo gefilmt und den Film verbreitet zu haben. Sein Geschäft wurde niedergebrannt.
»Diese Tage sind schwer«, berichtet Dalia*, eine Christin im Iran. »Man sieht Menschen mit Tränen in den Augen auf den Straßen. Wenn Leute hören, dass wir Christen sind, sagen sie: ›Dank sei Gott, dass wir euch getroffen haben!‹ Wir Christen beten nicht, weil wir sonst keinen Ausweg sehen, sondern weil Gebet das stärkste und wirkungsvollste ist, was wir gerade tun können.«
Inmitten der Dunkelheit erleben die iranischen Christen, wie Gott sie ermutigt und durch sie wirkt. Ein Christ namens Roz* saß eines Tages im Park vor seinem Haus. Er erzählt, Gott sprach sehr klar zu seinem Herzen, er solle mit der Frau nicht weit von ihm entfernt sprechen: »Sprich mit ihr – ich werde sie heilen«, forderte Gott Roz auf.
Roz berichtet: »Ich bemerkte eine schöne, junge Frau hinter mir. Sie sah gesund aus und nicht wie jemand, der Heilung nötig hat.« Es kam ihm nicht weise vor, diese Fremde in der Nähe seines Zuhauses anzusprechen. Schließlich folgte er dem inneren Drängen und begann ein Gespräch mit der Dame. Zu seinem Erstaunen sagte sie: »Ich habe alle Korane aus meinem Haus geworfen und ChatGPT gefragt, was ich tun müsste, um eine Christin zu werden. Ich habe ein Gebet gebetet, aber ich weiß nicht wirklich, ob ich nun Christin bin.« Sie begann zu weinen und erzählte, sie hätte MS und könne nicht ohne fremde Hilfe gehen. An diesem Tag gab sie ihr Herz Christus und trat einem Hauskreis bei. Mittlerweile geht es ihr viel besser.
*Namen aus Sicherheitsgründen geändert
Bild: Smybolbild; Quelle: unsplash



