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Tag 6 - Iran: Neues Gesetz, verheerende Folgen

Artikel 500 des iranischen Strafgesetzbuchs hält fest: «Alle Beteiligung an Propaganda, die von der heiligen Scharia (dem islamischen Recht) abweicht, wird schwer bestraft.» Das neue Gesetz vom März dieses Jahres wird gegen jeden angewandt, der sich gegen die Unantastbarkeit des Regimes ausspricht. Bereits kommt es rege gegen Christen zur Anwendung.

Amin, Milad und Alireza wurden im Sommer dieses Jahres zu Haftstrafen von fünf Jahren verurteilt. Die Anklagen gegen die drei Mitglieder der Church of Iran folgten auf koordinierte Razzien in den Häusern ihrere Familien. Der Geheimdienst beschlagnahmte viele persönliche Gegenstände wie Smartphones, Laptops, Bibeln, Bücher und alles, was mit dem christlichen Glauben zu tun hatte. Wenig später wurde ein Mitglied jeder Familie zum Verhör vorgeladen und aufgefordert, sich schriftlich zu verpflichten, in Zukunft keine anderen Christen mehr zu treffen, weder physisch noch online.

Iranische Christen werden bei Verhören regelmässig aufgefordert zu unterschreiben, dass sie sich nicht mehr in Hauskirchen versammeln oder sozial engagieren wollen. Wenn sie sich weigern, wird ihnen nahegelegt, das Land zu verlassen, oder es werden ihnen lange Gefängnisstrafen angedroht. Wer unter Artikel 500 verurteilt wird, bekommt neu fünf Jahre Haft statt sechs Monate wie zuvor. Die Unterzeichnung des neuen Gesetzes durch den ultrakonservativen, neuen Staatspräsidenten Ebrahim Raissi wird als Zeichen dafür gewertet, dass der Iran gegenüber Christen inskünftig eine noch härtere Linie fahren will.

In Einzelhaft festgehalten und geschlagen wurde auch Hamet, ein weiteres Mitglied der Church of Iran. Man versuchte, ihn zu bestechen, damit er Informant werden würde. Als er sich allen Druckversuchen widersetzte, wurde er der »Propaganda gegen das Regime« angeklagt und zu einer zehnmonatigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Bei Sara, Gründering und Leiterin einer wachsenden Hausgemeinde, kam ebenfalls Artikel 500 zur Anwendung. Wegen  ihrer Gabe der Evangelisation wurden ihr »Handlungen gegen die nationale Sicherheit« zur Last gelegt. Sie wurde zu acht Jahren Gefägnis verurteilt, ihr an Parkinson erkrankter Mann zu zwei. Artikel 500 wird im Iran oft willkürlich angewandt und von Fall zu Fall mit andere Gesetzen kombiniert. Viele dieser Gesetze wurden zu dem Zweck geschaffen, um Handlungen zu rechtfertigen und einen rechtlichen Grund für die Verfolgung zu schaffen, die das Regime schon seit langem praktiziert.

Wir beten für ...
> in der Regierung ein Umdenken stattfindet,
> die inhaftierten Christen und ihrer Familien Gott besonders nahe erleben..
> immer mehr Menschen im Iran zu Christus kommen.