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Tag 6 - Eritrea: Beim Schlussgebet verhaftet

Tag 6 - Eritrea: Beim Schlussgebet verhaftet

Im nordostafrikanischen Eritrea werden freikirchliche Christen so rigoros verfolgt wie in kaum einem anderen Land der Welt. Immer wieder kommt es zu Massenverhaftungen.

Es drohen langjährige Gefängnisstrafen unter schlimmsten Bedingungen. Betroffene berichten von Misshandlungen. Sie werden in schäbige Verliese gesteckt oder in Frachtcontainer gepfercht, wo die Christen vor sich hin vegetieren. Tagsüber leiden sie unter der unerträglichen Hitze, nachts unter der Kälte und durchgehend an Hunger und Durst. Es ist schwierig, zu überleben.

Semere (Name geändert) weiß, was Haft bedeutet. Der heute 37-Jährige kam zum lebendigen Glauben an Jesus Christus und schloss sich einer nichtregistrierten Freikirche an. Während des Schlussgebets in einem Gottesdienst, an dem nebst ihm elf andere teilnahmen, stürmten plötzlich Polizisten und Soldaten in den Raum. Semere und die anderen landeten in der eritreischen Hauptstadt Asmara im Gefängnis.

Es war ihnen bewusst, dass ihnen viele Jahre Gefangenschaft drohten. Gerichtsprozesse finden in Eritrea zumeist nicht statt, und wenn, dann unterliegen sie richterlicher Beliebigkeit. Die Verhöre drehten sich aussschließlich um den unverzeihlichen »Frevel«, aktiver Christ zu sein. Trotz Drohungen weigerten sich die Angeklagten, ihren Glauben und ihre Aktivitäten aufzugeben.

Nach einigen Wochen kamen sie frei. »Warum gerade wir freigelassen worden sind und andere nicht, bleibt für uns ein Rätsel«, wundert sich Semere noch heute. Dem jungen Mann ist bewusst, dass es sich bei seiner Freilassung um eine seltene Ausnahme handelt. Er selbst hatte sich darauf eingestellt, im Gefängnis alt zu werden oder aufgrund der rauen Bedingungen zu sterben. Wie so viele Christen vor ihm. Semere ist überzeugt: »Verfolgung gehört zur Nachfolge von Jesus – besonders in Eritrea. Aber das darf uns niemals davon abhalten, unserem Auftrag nachzukommen und möglichst viele Menschen für das Reich Gottes zu gewinnen. Darin besteht unser größtes Glück.«

Anzeichen für eine Verbesserung der Zustände in Eritrea lassen sich nicht ausmachen. Die Flucht ins Ausland ist – besonders für Christen – häufig die einzige Chance auf ein menschenwürdiges Dasein. Die meisten, denen die Flucht gelingt, sind schwer traumatisiert.

Unsere Kontakte ermöglichen uns, Einzelschicksale verfolgter Christen zu erkennen und entsprechende Unterstützung zu geben: Hilfe für Hinterbliebene von Märtyrern, Finanzierung medizinischer Versorgung nach der Haftentlassung und weitere Nothilfe.

Wir beten für ...
> ein Umdenken in der Regierung.
> die noch immer in Haft befindlichen Christen.
> Mut, den Glauben trotz hoher Risiken weiterzugeben.