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indienIndien: Ein Christ als Dorfoberhaupt

Wenn in einem indischen Dorf ein Christ Bürgermeister wird, dann hat Gott die Hand im Spiel.

Indien kennt interessante Gepflogenheiten, provinziale Behördenfunktionäre zu küren. In ganz Indien bietet der Staat jenen Dörfern Geld an, die bereit sind, auf kostspielige Wahlen zu verzichten und dafür das Los entscheiden zu lassen. Das funktioniert dann so: Die Bewohner fragen herum, wer sich in den Panchayat (Rat der Weisen) wählen lassen wolle. Die Namen werden auf Zettel geschrieben, in einen Topf geworfen und gemischt. In Anwesenheit des ganzen Dorfes wird das Los gezogen. Es ist Regierungspolitik, dass jeder Ort, der seinen Panchayat auf diese Weise wählt, von der Landesregierung 10 Lakh Rupien erhält, das sind rund CHF 12 000.- / 11 000 EUR.

Auftrieb für die Christen
Im Bundesstaat Himachal Pradesh, an der Grenze zu Tibet und China, sind die Christen sehr starker Verfolgung ausgesetzt. Doch als in einem Dorf das Los gezogen wurde, fiel die Wahl auf Ishwer*, einen Christen! Ishwer war 2004 getauft wor-den. Niemals hätte er Panchayat-Präsident werden können, wenn er sich zur Wahl gestellt hätte, denn die meisten Leute in dieser Gegend mögen keine Christen.

Aushängeschild
Doch jetzt sind der Präsident des Panchayats und zwei seiner engsten Mitarbeiter Christen, und das in einem Dorf, in dem sie nur 2% der Bevölkerung stellen! Das gibt ihnen Hoffnung, dass sie in ihrem Glauben, aber auch sozial und wirtschaftlich gestärkt werden. Denn nicht selten gehen die Christen bei der Vergabe staatlicher Hilfeleistungen leer aus. Vor allem aber begrüßt der neue Bürgermeister die Gelegenheit, durch sein Amt ein »Aushängeschild« für seinen Glauben zu sein.