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Afgh newsAfghanistan: Christen in grösster Gefahr

Erschreckende Meldungen haben uns in den letzten Stunden aus Afghanistan erreicht. Wie aus den Medien zu hören, sind die Taliban bis Kabul vorgerückt und haben die Hauptstadt kampflos übernommen.

In ihrer Verzweiflung drängten viele Afghaninnen und Afghanen auf den Flughafen, um wenn irgendwie möglich einen Flug zu ergattern. Dramatische Szenen spielten sich ab. Die Menschen wissen nur allzu gut, was eine Machtübernahme durch die Taliban bedeutet: eine Herrschaft mit Terror und Gewalt, Unterdrückung von Frauen und Minderheiten; Zwangsverheiratung und Hinrichtungen an der Tagesordnung.

Besonders afghanische Christinnen und Christen befinden sich in höchster Gefahr, unter den Taliban droht ihnen die Todesstrafe. Viele fliehen aus ihren Dörfern in andere Regionen und Städte, sie fürchten um ihr Leben. Eventuell vorhandene Bibeln oder anderes christliches Material muss schnell versteckt oder vernichtet werden. Diejenigen, die die minimalen Freiheiten in den letzten Jahren nutzten (etwa die Möglichkeit, ihre Religionszugehörigkeit in Dokumenten anzugeben), müssen um ihr Leben fürchten.

Offiziell existieren keine Kirchen oder Gemeinden in Afghanistan. Doch während der Präsenz internationaler Streitkräfte fanden in den letzten Jahren mehr Menschen zum Glauben an Christus und trafen sich im Geheimen. Unter den Taliban droht ihnen die Todesstrafe. Gemeindeleiter bitten uns um Gebet, damit sie Weisheit für ihre nächsten Schritte haben, die über Leben und Tod entscheiden können.

Trotz der wachsenden Bedrohung durch die Taliban waren viele Afghaninnen und Afghanen vom Tempo dieser rasanten Entwicklung überrascht. Vergeblich hofften sie auf die gescheiterten Friedensgespräche in Katar. Dementsprechend hoch ist die Binnenmigration – viele flüchten aus ihren Dörfern in andere Städte und Regionen. Sie leben in Zelten oder unter freiem Himmel. Viele haben seit Tagen nichts zu essen, da die Geschäfte geschlossen sind. Als Soforthilfe konnten Kontakte von AVC Essen für 200 Familien und 150 Kleinkinder organisieren.

Leider haben uns Berichte erreicht, dass Mitglieder der Taliban in einigen Dörfern von Haus zu Haus gehen, um jene ausfindig zu machen, die in den letzten Jahren für die Regierung, für NGOs oder ausländische Organisationen gearbeitet haben. Diese Menschen stehen Verhaftung, Gefängnis oder sogar der Tod bevor.

Bitte betet mit uns für ...
> die afghanischen Christen: um übernatürlichen Schutz und Versorgung mit Nahrung, Kleidung, Medizin, um Trost und Kraft;
> die Leiter von Kirchen/ Hausgemeinden: um besondere Weisheit, wie sie ihre Gemeinde führen und welche Schritte als nächstes unternommen werden sollen;
> die Frauen und Mädchen, denen eine extreme Unterdrückung bevorsteht;
> das afghanische Volk: dass der langersehnte Friede einkehrt, indem das Volk, die Regierenden und Angehörige der Taliban Jesus Christus als Erlöser erkennen.