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Indonesien: Leichengeruch

Erst das Erdbeben mit einer Stärke von 7,6 auf der Richterscala, dann der durch das Erdbeben ausgelöst der Tsunami. Tod und Zerstörung. Mehrere Dörfer sind völlig verschwunden. Der Boden fing an zu »schwimmen«, die Häuser rutschten zunächst hin und her, um dann umzukippen und unter der Erde zu verschwinden - samt Menschen, Tieren, Autos etc. Über dem ganzen Gebiet liegt ein intensiver Leichengeruch.

Gerhard Klaiber, der bereits nach dem Tsunami 2004 auf Indonesien unsere Hilfsprojekte koordiniert hat, und unser indonesischer Partner, Prof. Manurung waren im Krisengebiet. Gott hat Türen geöffnet. Der Armeechef von Sulawesi und seine Frau unterstützten unseren Einsatz, stellten ihr Haus als Lager für Hilfsgüter und Personal zur Verfügung, halfen bei Einkäufen. 

Gerhard schreibt: »Weil ich unsere Hilfsgüter nicht anonym irgendwo abgeben wollte, erhielt ich von der Behörde die Genehmigung, sie selbst den Opfern in den einzelnen Poskos (Sammelstellen) zu überreichen. Die Frau des Armeechefs und ein Soldat als Fahrer waren unsere ständigen Begleiter und Helfer, oft bis tief in die Nacht hinein. Aus meinen früheren Erfahrungen wusste ich, wie wichtig die persönliche Ansprache, die menschliche Nähe ist. Die Umarmungen, das gemeinsame Weinen. Unser Hilfspaket mit Hygieneartikeln, Lebensmittel und Decke drückten sie glücklich an ihr Herz, war es doch in den meisten Fällen jetzt ihr einziger Besitz.«

Der Einsatz war anstrengend und gefährlich. »Zwischendurch hatten wir immer wieder kurze Erdstöße, auch jetzt, wo ich hier schreibe. Ich bin zwei Mal nach draußen gerannt, weil die Erde und das Haus wackeln. Ich schlafe auch heute wieder angezogen. Nicht im Bett, sondern auf dem Boden neben der Tür, damit ich, falls die Erde bebt, auch morgen gesund und unversehrt meinen Dienst tun kann.« Notleidenden helfen und Gottes Liebe zeigen zu können, das treibt uns und ihn an. »Es bewegt mich noch jetzt, wenn ich an die Verwandlung in den Gesichtern der Opfer denke, denen wir helfen konnten.«

Jede Spende ist willkommen und hilft,  weiterhin Hoffnung zu schenken.