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Sibirien: Unvergessliche BegegnungenKambodscha: Vom Trauma ins Leben

»Man bräuchte einen Fluss von Tinte, um unsere Geschichte aufzuschreiben«, sagt ein alter Kambodschaner. Eine Geschichte, die in punkto Grausamkeit ihresgleichen sucht.


Kambodscha, 1975. Aus den Wirren des Bürgerkriegs steigen die Roten Khmer empor. Sie reißen die Führung des Landes an sich und beginnen unverzüglich mit der Errichtung eines Terrorregimes. Auf dem Weg zur »klassenlosen Gesellschaft« wird die Bevölkerung sämtlicher Städte auf Reisfelder deportiert. Familien werden auseinandergerissen. Das Land ist ein einziges gigantisches Straflager. Wer nicht arbeiten kann, wird hingerichtet, X-tausend Kinder und Alte durch die Strapazen dahingerafft. Ein Drittel der Bevölkerung fällt der Massensäuberung zum Opfer. Die Schreckensherrschaft dauert vier Jahre. Kaum eine Familie, die keine Angehörigen verliert.

Hilfe von außen Seither sind über 40 Jahre verstrichen. Doch der Wiederaufbau des Landes verläuft nur schleppend. Das Trauma sitzt tief, lähmt das Volk und raubt die Kraft, die Gegenwart zu meistern. Erdrückende Armut ist die Folge: Über 5 Millionen Kambodschaner leben unter der Armutsgrenze. AVC hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele Menschen in den christlichen Glauben hinein- und aus ihrer Lethargie herauszuführen, damit sie ihr Leben in den Griff kriegen. Unsere »Vision 21« ist, in jeder der 21 Provinzen Kambodschas mindestens eine lebendige christliche Gemeinde aufzubauen, dazu ein Kombi-Ausbildungscenter für geistlichen Dienst und Landwirtschaft. In sieben Provinzen ist dies bereits gelungen.

Nehmen, vermehren und zurückgeben Besonders erfolgreich sind Projekte wie Nähateliers, Bäckereien, Gemüsegärten mit natürlichen Anbaumethoden und allen voran unsere Reis- und Tierbanken. Wir geben Saatgut und Nutztiere an Bauern ab. Von den Ernteerträgen erstatten diese die doppelte Menge des Startkapitals an die Bank zurück; auch jedes zweite Wasserbüffelkalb. Dasselbe Tilgungsprinzip gilt bei Fischzuchten. So kommt unsere Bank laufend zu neuem Kapital, das wir an weitere Bauern abgeben können. Diese Investition von »Geld und Geist« führt dazu, dass neue Gemeinden entstehen.

Srey Son Thon (41), einer unserer »Bankkunden« aus der Provinz Svey Rieng, gibt Einblick in seine Erfahrungen.

 

Reis braucht Regen »Nach drei Jahren Hungersnot war meine Familie komplett verarmt. Von der Reisbank lieh ich 220 kg Reis aus: 100 kg für den Anbau, den Rest für unsere Ernährung. Doch die Dürrezeit zog sich hin. Wir konnten nicht genug ernten, um unseren Ausstand bei der Reisbank zu begleichen. So beteten meine Familie samt Brüdern und Schwestern in der Gemeinde von Tit Yang. Und Gott erhörte uns, schickte rechtzeitig Regen. Durch die gute Ernte waren wir in der Lage, unsere Schuld zu begleichen. Jetzt haben wir genug zu essen und Saatgut. Wir danken Gott für seine Versorgung. Und euch für euer Reisbank-Projekt. Gott segne euch!«