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R2020 4Sibirien Tansania: Quarantäne als Chance

Nach der Ankündigung der tansanischen Regierung, sämtliche Bildungseinrichtungen von Kindergärten bis Universitäten dicht zu machen, startet das Kinderdorf in Kemondo eine »Rückholaktion«.

Sämtliche Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden quartieren wir zu deren eigener Sicherheit in unserem Zentrum ein.

Quarantäne als Chance
Üblicherweise sorgt Corona für zwischenmenschliche Distanz – nicht so bei uns. Das Virus führt dazu, dass zum ersten Mal in all den Jahren unsere gesamte große Kinderdorf-Familie zusammen ist, externe Schüler inklusive. Wir betrachten die Pandemie als eine besondere Gelegenheit, intensiv in das Leben unserer Auszubildenden zu investieren.

Natürlich halten wir uns an die Regeln des Sozialamts. Unsere Kinder bleiben im Zentrum, verlassen es nur mit ausdrücklicher Genehmigung. Die Lehrer schnüren für sie Hausaufgabenpakete zum Selbststudium, um den Rückstand zum Lehrplan in Grenzen zu halten.

Nebenwirkungen nach außen und innen
Eigentlich hätten wir schon seit einem Jahr die Wände der Schule neu streichen wollen; haben jedoch wegen des Alltagstrubels in der Schule nie wirklich Zeit dazu gefunden. Doch jetzt rühren wir die Farbkübel auf – und staunen nicht schlecht über die Talente, die unsere Jugendlichen an den Tag legen. Bei der Wiedereröffnung der Schule, werden die Schüler etwas zum Staunen haben.

Parallel zu äußeren Auffrischungen geben wir auch im geistlichen Sinn starke Impulse. Beten tun wir schon längst für unsere Jungs und Mädchen. Und jetzt sehen wir Resultate – ausgerechnet in dieser Zeit der Pandemie. Der Manager des Kinderdorfs, Godfrey Malima, hat die Ausnahmesituation genutzt, für Teenager, die Jesus ihr Leben übergeben haben, ein Jüngerschaftstraining durchzuführen. Die Absolventen fangen Feuer, was bei der Abschlussfeier mit den 39 Absolventen, samt Übergabe von Zertifikaten und Geschenken, sichtbar wird. Die Begeisterung ist groß.

Anstöße für die Jugend
Von April bis Mai haben wir zwei dreitägige Seminare für unsere jungen Leute organisiert; eines für die Mädels, eines für die Jungs. Die Referenten sind erfahrene Jugendpastoren, Missionare und Sozialarbeiter. Es geht darum, im Einklang mit Gott leben zu lernen. Die Wirkung ist stark.

Es gäbe noch weit mehr zu berichten. Doch schon diese paar Zeilen machen eines klar: Gott macht aus Krisen Chancen. Es ist an uns, sie zu nutzen.