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Bhoutan: un idolâtre devient baptiseur

Türkei: Exponiert
Er hat keine Skrupel, in gefährlichem Umfeld zu seinem Glauben zu stehen.

»Wir sind es gewohnt, ständig Probleme zu haben. Es gab immer wieder Anschläge. Einmal sah ich nach einem IS-Anschlag auf einem Marktplatz Dutzende Menschen sterben. So etwas vergisst man nie.« Pastor H. wirkt in einer türkischen Stadt in Grenznähe zu Syrien. Er und seine Gemeinde sind exponiert und äußerst gefährdet.
Respektiert …
Doch die Gemeinde wächst. Pastor H. pflegt einen guten Kontakt mit der Bevölkerung und den Behörden. Als ehemals hohe Persönlichkeit in der Stadtverwaltung ist er bekannt und respektiert. »Die Polizei gab mir eine Handynummer und sagte, ich solle mich damit direkt bei ihnen melden, sollte mir jemand Probleme bereiten.«

… und angefeindet
Als Christ und Ex-Muslim weht ihm auch ein steifer Wind entgegen. »Als Gemeinde exponieren wir uns via Twitter, Facebook und Instagram. Meine private Handynummer ist bekannt. Ich beantworte jede Rückmeldung und biete persönliche Gespräche an. Drohungen speichere ich als Beweismittel vor den Behörden für den Fall, dass mir etwas zustoßen sollte.« Brenzlig wird es, wenn IS-Schergen oder andere Radikale den Kontakt suchen. »Am gefährlichsten ist es, sie auf der Straße zu treffen. Lieber führe ich Gespräche in unserem Gemeindelokal. Dort können Überwachungskameras eventuelle Angriffe aufzeichnen. Meine Gäste sind oft aggressiv und sparen nicht mit Drohungen.«

Tee beschwichtigt 
Pastor H. tut, was im Orient üblich ist. Er bietet seinen Gästen Tee an – einen nach dem anderen. »Die wissen ja gar nicht, wer Jesus ist. Wie können sie dann gegen ihn und seine Nachfolger sein? Also erkläre ich ihnen den christlichen Glauben und welchen Unterschied Jesus in meinem Leben ausmacht.« So wie Tee in die Kehle, scheint geistliche Erkenntnis in Herzen zu fließen. Die einen kommen wieder, wollen mehr hören … »Doch andere veranstalten Hetzkampagnen gegen mich und meine Familie. Meine vier Söhne, alle zwischen 10 und 16 Jahren, werden in der Schule als >Ungläubige< gebrandmarkt, was in diesem Umfeld nicht harmlos ist.« Ein neuer Nachbar ist Imam. Anfänglich hetzte er massiv gegen die Familie von Pastor H. »Das war hart. Doch wir lernten uns kennen – und die Situation entspannte sich.«

Kein Versteckspiel

Pastor H. kennt keine Scheu, sich zu exponieren: »Alle in der Stadt wissen, dass ich Pastor und vom Islam zu Jesus konvertiert bin. Sie sehen in meinem Auto das Kreuz am Rückspiegel baumeln. Ich stehe dazu, dass ich Christ bin und nehme jede Schwierigkeit in Kauf.« Doch neulich wurde er auf den Polizeiposten in der Provinzhauptstadt bestellt. Zwar hieß es dort, alles sei in Ordnung – doch Pastor H. hat ein ungutes Gefühl: »Bitte betet für mich, meine Familie und meine Gemeinde!«