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Sibirien: Unvergessliche BegegnungenRumänien: »Das Herz zwischen die Zähne kriegen«

Diese kuriose Redewendung hat ihn irritiert. Gegrillte Herzen finden sich auf keiner Speisekarte.

Unser Projektbesuch führt uns nach Rumänien. Das Land liegt eigentlich nur zwei Flugstunden entfernt. In Zeiten von Corona hatten wir dafür 20 Autostunden einzusetzen.


Länderverantwortlicher
Eduard Schmidt berichtet:


Sprachblüten
Eine traumhafte Frühlingslandschaft mit den majestätischen Karpaten entschädigt unseren Jugendreferenten Edwin Frank und mich reichlich für diesen Mehraufwand. Ebenfalls ein Genuss ist die eindrückliche Gastfreundschaft der Rumänen. Etwas gewöhnungsbedürftig sind die kulturellen Gepflogenheiten. So lieben es Rumänen, ihre Sprache blumig auszuschmücken. 1:1 ins Deutsche übersetzt klingen ihre Phrasen mal lustig, mal verwirrend. Zum Beispiel: »A-ţi lua inima in dinţi« –»das Herz zwischen die Zähne kriegen«. Gemeint ist damit keine kulinarische Delikatesse. Es ist ein Ausdruck für mutig sein, etwas wagen. Ganz in diesem Sinn hat AVC zu Beginn der 90er-Jahre die Herausforderungen in Rumänien angepackt.


Gemeindeblüten
Denn es war ein Wagnis mit unsicherem Ausgang, als unsere Mitarbeiter damals nach Rumänien gingen, um die Gute Nachricht zu verbreiten. Besonders die südlichen Städte des Landes schienen nach Einschätzung einheimischer Gemeinden gegen »Ansteckung« mit dem Evangelium immun zu sein. Doch AVC hat sich seit jeher nicht von Widrigkeiten und vermeintlichen Unmöglichkeiten abhalten lassen. Also schritten wir zur Tat und erlebten, dass sich nach jeder Veranstaltung Besucher Jesus Christus zugewandt hatten. Das führte dazu, dass auch in diesen als unerreichbar geltenden Regionen Gemeinden gegründet und zum Blühen gebracht wurden.

Ein Rückblick auf mittlerweile drei Jahrzehnte Gemeindearbeit in Rumänien zeigt: Die einen Gemeinden sind aufgeblüht, andere welken eher vor sich hin. So war es unser Anliegen bei diesem Projektbesuch, die Christen etwas zu »wässern und zu düngen« und in Richtung erste Liebe zu schubsen.


Hoffnungsvolle
Perspektiven
Was wir hier erleben, übertrifft unsere kühnsten Erwartungen. Im Rahmen von dreizehn Veranstaltungen finden wir eine großartige Offenheit vor. Besonders stark sind die Jugendevents. Wir gewinnen den Eindruck, dass hier unter den jungen Leuten eine Erweckung im Gang ist. Einem solchen Heißhunger nach dem Wort Gottes, nach Lobpreis und Gebet bin ich schon lange nicht mehr begegnet. Es ist 23 Uhr, die Open Air Veranstaltung ist beendet, doch die Jugendlichen bleiben einfach da. Kaum einem kommt es in den Sinn, nach Hause zu gehen, obwohl manche von ihnen noch eine mehrstündige Heimfahrt vor sich haben.

Ich bin überzeugt, dass dieser Aufbruch unter der Jugend nur ein Anfang ist. Beten Sie mit uns, dass die gesamte »Bandbreite« der rumänischen Christen ihr »Herz zwischen die Zähne kriegt« und unerschrocken für das Reich Gottes eintritt.