
Volle Kraft voraus
Kürzlich begann der Innenausbau im Erdgeschoss des Frauenhauses in Kamerun. Fliesen werden verlegt, Wände verputzt, Fenster und Türen verbaut. Als letztes werden die Zimmer mit Betten und Schränken eingerichtet.
Warum ein Frauenhaus in Kamerun?
Das Frauenhaus richtet sich primär an verstoßene Frauen mit Kindern (z. B. nach Scheidung, Vergewaltigung oder aufgrund von Behinderung), an Opfer häuslicher und sexueller Gewalt sowie vertriebene Frauen aus Konfliktgebieten.
»Gewalt in der Familie ist in Kamerun weitverbreitet«, erklären die AVC-Projektleiter. Es gibt kaum Strukturen, die Opfer auffangen. Darunter leiden speziell jüngere Frauen: »Junge Frauen und Teenager werden früh schwanger, weil sie nicht ausreichend aufgeklärt sind. Und viele Väter verstoßen ihre Mädchen, wenn sie schwanger nach Hause laufen und schicken sie zurück zu ihrem gewalttätigen Partner. Wollen sie dort nicht bleiben, landen sie auf der Straße oder – wenn sie keine Ausbildung haben – oft in der Prostitution.«
Eröffnung in Sicht
Hier möchten wir Betroffenen Hilfe und eine Alternative anbieten. Während einem mehrmonatigen Aufenthalt in unserem Haus können die Frauen sich erholen, psychosoziale Beratung erhalten und praktische Fähigkeiten (wie etwas das Frisörhandwerk) erlernen, um wirtschaftlich auf eigenen Beinen zu stehen.
Diese erste Etage wird sechs Schlafzimmer für Frauen und Kinder haben. Ausgestattet mit einem provisorischen Dach können voraussichtlich zum Jahreswechsel die ersten Frauen in das Haus ziehen.
Zu einem späteren Zeitpunkt ist eine zweite Etage geplant, mit der der Vollbetrieb des Frauenhauses möglich sein wird. Außerdem benötigt es ein kleines Häuschen, in dem ein Wachmann Dienst leistet und für Sicherheit auf dem Gelände sorgt. Auch ein kleines Büro soll dort eingerichtet werden.



