
Eine Frau, die bleibt
Miss Twang* stammt selbst aus Myanmar. Heute hilft sie den Geflüchteten im Camp in Hlegu, rund 40 Kilometer nordöstlich von Yangon. In dieser Region haben in den vergangenen Jahren viele Binnenvertriebene Zuflucht gefunden. Aufgrund des Putschs mussten bis heute 3,5 Millionen Menschen flüchten. Inoffizielle Zahlen sprechen sogar von 6 Millionen – und kein Ende ist in Sicht.
Persönlich musste Miss Twang schwere Schicksalsschläge verkraften: Im vergangenen Jahr verstarb ihr Mann. Gemeinsam hatten sie das Camp regelmässig besucht, die Menschen ermutigt und unterstützt. Nun steht sie allein mit ihren drei Kindern da. Doch aufgeben kam für sie nicht infrage. Im Gegenteil: Neben ihren eigenen Kindern hat sie fünf weitere aufgenommen, die ihre Eltern verloren haben. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Hingabe sie ihren Mitmenschen dient. Die wachsende Zahl von Vertriebenen, die durch die Gute Nachricht zum Glauben finden, ist eine Frucht ihres täglichen Einsatzes.
Seit fünf Jahren setzt sie sich unermüdlich für die Menschen im Camp ein. Sie organisiert den Bau neuer Wasserbrunnen – und packt dabei selbst mit an. Sie hilft, einfache Hütten aufzubauen, organisiert Gottesdienste und koordiniert Verteilaktionen. Eine solche hat kürzlich AVC gemeinsam mit dem lokalen Partner durchgeführt: Die Menschen erhielten nicht nur Reis und Zahnpasta, sondern auch das, was im Leben am meisten zählt – Gottes Wort. Nicht nur durch unser Erzählen von seiner Liebe, sondern ganz konkret in Form einer Bibel.
*Name geändert



