
Fremde werden zu Familie
Mihai* stammt aus einer Pastorenfamilie. Geistlichen Dienst kannte er sein ganzes Leben lang. Er predigte bereits, saß in unzähligen Gottesdiensten und war überzeugt, das Wichtigste längst zu wissen. Dann begann er ein Studium am christlichen Bildungswerk (EHA) unseres Partners »Maranatha«. Was als einzelner Kurs begann, wurde für ihn mit der Zeit zu einer Art geistlicher Heimat.
Was Mihai dort lernte, blieb nicht in Büchern stecken. Es veränderte, wie er auf Menschen blickte. Direkt vor seiner Kirchentür traf sich seit Jahren eine Gruppe jugendlicher Migranten. Niemand aus seiner Jugendgruppe wusste, wie man auf sie zugehen sollte. Eigentlich wollte auch niemand. Ihr Leben passte nicht zu dem, was man dort unter Heiligkeit verstand.
Ein Team entsteht
Während des Studiums änderte sich das. Mihai und einige andere aus seinem Umfeld bildeten ein Team, um genau diesen Jugendlichen zu begegnen. Kein großes Programm, kein fertiges Konzept. Nur der Entschluss, hinzugehen. Heute sind rund zwanzig von ihnen fester Teil des Gemeindelebens. Man begrüßt sich herzlich, wie unter Geschwistern.
Mihai motiviert mittlerweile selbst junge Leute aus seiner Kirche, ein Studium an der EHA zu beginnen. Vier haben es bereits getan.
Eine Akademie mit Ausmaß
Geschichten wie diese entstehen nicht zufällig. Sie sind Frucht der Arbeit unseres Partners »Maranatha«, der über die EHA gezielt Leiter für Kirchen in ganz Europa ausbildet. Aktuell sind es 355 Studierende aus 15 Ländern. Warschau bildet das Zentrum, ergänzt um Ausbildungsstätten in Dresden, Stockholm und im ukrainischen Kowel, wo »Maranatha« besonders eng mit AVC verbunden ist.
Neben Pastoren werden dort auch Kinder-, Jugend- und Seelsorgearbeiter geschult. Getragen wird das Programm von 15 Dozenten und 12 Verwaltungsmitarbeitern, unterstützt von einer wachsenden Gruppe künftiger Lehrender, die der Rektor selbst regelmäßig schult. Viele von ihnen übernehmen schon im Herbst eigene Kurse.
Und irgendwo wird dann wieder jemand vor einer Gruppe stehen, von der er bislang nicht wusste, wie er ihr begegnen soll.
*Name geändert.



