News Tschetschenien
16. September 2026

Heimliche Taufen trotz Lebensgefahr

TSCHETSCHENIEN
Vier Menschen haben sich taufen lassen – in einer Region, in der ein Abfall vom Islam für sie den Tod bedeuten kann.

Das Gemeindegebäude sieht aus wie jedes andere Haus in der Nachbarschaft. Genau das ist der Punkt. In der streng muslimischen Republik Tschetschenien gilt neben dem offiziellen russischen Recht inoffiziell vielerorts die Scharia, sowie das traditionelle Gewohnheitsrecht (Adat). Wer sich zu Jesus bekennt, oder dem Islam absagt, riskiert sein Leben. Trotzdem vertrauen mittlerweile muslimische Eltern dem örtlichen Pastor ihre Kinder für Freizeiten und Kinderlager an, ein Vertrauen, das über Jahre gewachsen ist, in einer Gesellschaft, in der Misstrauen fast schon zum Überlebensprinzip gehört.

Seit 2024 haben sich mindestens vier Menschen taufen lassen. Sie gehen zu Gottesdiensten, nehmen an Bibelkursen teil, treffen sich in Hauskreisen.

Besonders schwer haben es Frauen in der Region: Die Praxis der »vorübergehenden Ehefrauen« lässt viele Tschetscheninnen am Ende allein zurück, ohne Recht auf erneute Heirat, oft ohne Versorgung. Genau hier setzt die »Christliche Gesellschaft der Barmherzigkeit« an. Zu Ostern brachten Mitarbeiter Lebensmittelpakete mit Öl, Mehl und Getreide zu den Frauen, jedes Paket mit einem Evangelium darin. Eine Mitarbeiterin erzählt, wie eine der Frauen ihr unter Tränen ihre Geschichte anvertraute und im gemeinsamen Gebet Jesus Christus in ihr Herz aufnahm.

Das Kinderlager im Gemeindehaus und das Lebensmittelpaket vor der Tür einer alleinstehenden Frau sind für die Mitarbeiter vor Ort dieselbe Aufgabe: Jesus Christus bekannt zu machen. AVC begleitet sie dabei, still und beharrlich, so wie die Gemeinde selbst wächst.

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